Transkript

Hallo und herzlich willkommen bei Beziehungsmagie, sicher durch Liebe, Glück und Krise navigieren.

Ich bin Beatrice Wespi, Beziehungs- und Businesscoach und ich freue mich riesig, dass du gerade meinem Podcast lauschst.

Heute sprechen wir über das Thema Beziehungstrigger. Wir erkunden gemeinsam, wie wir mit unserem Partner, unserer Partnerin durch die emotionalen Herausforderungen des Alltags navigieren können, ohne uns gegenseitig die Schuld zu geben.

Hast du dich schon einmal gefragt, warum bestimmte Worte oder Taten deines Lieblingsmenschen starke emotionale Reaktionen bei dir auslösen? Oder ist es manchmal, oder oft auch so, dass wenn dein Partner sich anders verhalten würde, dann wäre doch vieles einfacher. Oft sind es nicht die Handlungen selbst, die diese Reaktionen auslösen, sondern unsere eigenen tief verwurzelten Trigger.

In dieser Folge gehe ich darauf ein, wie wir viele dieser Herausforderungen alleine meistern können, indem wir die Verantwortung dafür übernehmen. In der nächsten Podcastfolge werde ich euch Tipps und Strategien mitgeben, wie ihr als Paar diese Herausforderungen meistern könnt.

Was überhaupt ist genau ein emotionaler Trigger? Ein Trigger ist eine Reaktion, eine emotionale Reaktion auf eine bestimmte Situation, die tief verwurzelte Emotionen oder Erinnerungen, z.B. aus der Kindheit hervorruft. Eine Situation kann z.B. sein, dass mein Gegenüber mich fragt, ob ich die Zahlungen bereits erledigt habe, was dann dazu führt, dass ich genervt und verärgert reagiere, obschon die Frage völlig neutral gestellt war. Eine Kundin hat es mal schön auf den Punkt gebracht mit dem folgenden Satz, «Oft triggert mich nicht, was er sagt, sondern das, was ich ihm unterstelle, was er denkt.»

Natürlich ist es nicht bei allen Situationen so, aber Hand aufs Herz, kommt dir das bekannt vor, dass dein Lieblingsmensch etwas sagt und du ihm unterstellst, was er denkt und dann eigentlich auf dieses, was du denkst, was er denkt, entsprechend reagierst?

In einer Beziehung führen solche Trigger oft zu Missverständnissen und Konflikten und manchmal auch zu ganzen Konfliktspiralen und oft auch immer wieder zu diesen Konfliktspiralen. Darum ist es extrem hilfreich, diese Trigger zu erkennen und wenn wir verstehen, warum bestimmte Dinge uns triggern, können wir lernen, besser darauf zu reagieren.

Wie bereits erwähnt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, an solchen Beziehungsdynamiken zu arbeiten. Wie du weißt, ist Selbstverantwortung für mich extrem wichtig und manchmal ist es auch so, dass das Gegenüber gerade nicht offen ist, eine Veränderung anzupacken und darum möchte ich dir heute in dieser Folge zeigen, wie du solche Trigger bei dir erkennst und sie verändern kannst.

Damit es etwas einfacher wird, erläutere ich dir das gerne an einem Beispiel mit Peter und Anja als Paar. Die Namen sind selbstverständlich frei gewählt: Peter fühlt sich immer wieder vernachlässigt, wenn Anja mit der Arbeit oder mit Hobbys abgelenkt ist und «keine Zeit» für ihn hat. Bis heute hat er immer mit Unmut und oft auch mit Angriffen und Vorwürfen reagiert.

Schauen wir uns mal an, wie er das Thema angehen kann.

  • In einem ersten Schritt geht es darum, dass Peter seine negativen Reaktionen und seine negativen Gefühle erkennt, sie akzeptiert und auch als die Seinen annimmt. Dass er sich bewusst ist, dass das sein Thema ist und nicht das Thema von Anja und dass er weiß, dass er in diesen Situationen oft oder immer unangemessen reagiert.
  • In einem zweiten Schritt geht Peter auf Ursachenforschung. Er wird sich bewusst, wann und warum diese emotionalen Reaktionen ausgelöst werden. Peter erkennt, dass das Thema Arbeit und Hobby der Auslöser ist und ihn triggert. Manchmal ist es wichtig zusätzlich die Frage zu klären und zu reflektieren, woher dieser Trigger kommt. Du kannst dir dazu die Frage stellen, wann du das schon mal erlebt hast oder sogar wann du das zum ersten Mal erlebt hast. Meistens sind das Muster, die aus der Kindheit kommen.
    Meiner Ansicht nach reicht es aber oft aus, sich bewusst zu sein, um welches Thema es sich handelt.
  • In einem dritten Schritt ist es hilfreich, dass Peter seine dahinterliegenden Bedürfnisse und Erwartungen erkennt. Springt ein Trigger an, dann liegen dahinter immer verletzte Bedürfnisse. Er merkt, dass er sich immer zurückgewiesen fühlt, wenn Anja die Arbeit oder ihr Hobby vorzieht. Da könnte zum Beispiel das Bedürfnis nach Sicherheit verletzt sein. Durch das Zurückgewiesen fühlen zweifelt er an der Liebe von Anja und daran, ob Anja die Beziehung wirklich wichtig ist. Es könnte auch das Bedürfnis nach Anerkennung und Wertschätzung verletzt sein, weil er sich dann immer unwichtig und nicht gesehen fühlt von Anja. Es können natürlich auch alle drei Bedürfnisse verletzt sein, das ist immer sehr individuell.
  • In einem vierten Schritt kann Peter jetzt seine neuen Reaktionsmuster entwickeln. Er weiß, auf welche Trigger er reagiert. Er weiß, warum er reagiert und er weiß, auch welche Bedürfnisse verletzt sind. Einerseits kann er sich nun selber entscheiden, wie er in der entsprechenden Situation anders reagieren kann und andererseits kann er sich auch Gedanken darüber machen, wie er die ungestillten Bedürfnisse nach Sicherheit, Anerkennung und Wertschätzung auf einem anderen Weg erfüllen kann. Für Peter ist klar, dass er nicht mehr genervt und mit Vorwürfen reagieren möchte. Das ist für ihn unbefriedigend, für Anja schwierig und es schwächt auch ihre Beziehung. Lieber möchte souverän und gelassen darauf reagieren können, so wie ihm das zum Beispiel super gelingt, wenn ein Kollege ihm eine Absage für ein Feierabendbier erteilt.
    Weiter entscheidet er sich, selbst mehr Zeit für eigene Aktivitäten einzuplanen, die ihm Erfüllung bringen und so seinen Selbstwert stärken. Mit einem Stärken oder mit einem gestärkten Selbst ist er weniger abhängig von der Bestätigung von Anja.
    Zusätzlich zu dem wird er auch seine Erwartungen an die gemeinsame Zeit neu überdenken.
  • In Schritt fünf geht’s dann ganz konkret um die Veränderung in der Situation. Wie kann Peter nun lernen, souverän und gelassen zu reagieren, wenn er mit solchen Ereignissen konfrontiert wird? Das Schlüsselwort dazu heißt Bewusstsein.
    Indem er sich in der Situation diesem Trigger bewusst ist und er ihn annimmt, das hat er sich ja jetzt erarbeitet, hat er die Möglichkeit, anders darauf zu reagieren. Dazu ist es wichtig zu wissen, dass es immer einen ganz kurzen Moment gibt zwischen Auslöser des Triggers und deiner Reaktion. Und diesen kleinen Moment kann Peter nun nutzen, um sich zu entscheiden, wie er reagieren will. Das aber funktioniert nur, wenn Peter in dem Moment im Bewusstsein ist. Das braucht etwas Übung.
    Auch kann es sein, dass sofort das lymbische System anspringt. Das heißt, die Emotionen übernehmen unmittelbar nach dem Auslöser und wir sind nicht mehr in der Lage, klar zu denken. Falls du das kennst und dazu neigst, «ausfällig» zu reagieren, empfehle ich dir, dich mit dem Thema Emotionsregulierung auseinanderzusetzen. Ich werde dieses Thema sicher zu einem späteren Zeitpunkt mal aufnehmen. In dieser Podcast Episode würde es jedoch den Rahmen sprengen.

Also es geht wirklich darum, möglichst bewusst in diese Situation zu gehen, sodass ich nach dem Auslöser des Triggers gerade selber merke, okay, Achtung hier, da ist er wieder und was habe ich jetzt für Möglichkeiten, anders zu reagieren? Und auch das hat sich Peter ja erarbeitet.

Diese Veränderung braucht wie alle Veränderungen oft auch etwas Zeit und Geduld mit sich selbst. Es ist völlig normal, dass man die ersten paar Male erst zu spät realisiert, dass es sich ja wieder um diese eine Situation gehandelt hat.

Irgendwann wirst du es merken, wenn du bereits drin steckst und dann kommt der Moment, wo du es genau zum richtigen Zeitpunkt erkennst und dein altes Muster ablegen kannst. Und dann feiere dich dafür.

Nachdem Peter den Podcast Beziehungsmagie gehört hat, hat er das souverän gemeistert. Das dient nicht nur der Beziehung zu Anja, sondern es geht ihm selbst viel besser und er kann genau diese Schritte auch bei anderen Trigger anwenden, zum Beispiel im Geschäft, bei Kunden und bei Freunden.

Natürlich kann es sein und vielleicht denkst du das jetzt auch gerade, dass Anja extrem viel arbeitet, ja vielleicht sogar ein Workoholic ist und wirklich fast keine Zeit für die Beziehung hat. Dann geht es darum, das Thema gemeinsam anzugehen. Aber dank der Arbeit mit sich selbst kann Peter ganz, ganz anders kommunizieren, weil er genau weiß, was sein Bedürfnis ist und Anja wird mit Sicherheit viel mehr Verständnis aufbringen können, sodass sie gemeinsam eine gute Lösung finden. Mehr dazu dann in meinen nächsten Podcast Episode.

Zusammenfassung der 5 Schritte

Gerne fasse ich für dich die fünf Schritte nochmals kurz zusammen.

  • Schritt eins, erkenne und akzeptiere deine Emotionen, wenn du getriggert wirst.
  • Schritt zwei, versuche die Ursachen deiner emotionalen Reaktion zu verstehen und frag dich, warum das Verhalten deines Gegenübers solch starke Emotionen in dir auslöst.
  • Schritt drei, werde dir bewusst, welche Bedürfnisse dahinter liegen, welche Bedürfnisse bei dir verletzt werden?
  • Schritt vier, suche nach neuen Reaktionsmuster, wie du in Zukunft auf den Trigger oder die Trigger reagieren möchtest und überlege dir, wie du selbst deine nicht erfüllten Bedürfnisse befriedigen kannst.
  • Und Schritt fünf, trainiere deine neuen Reaktionsmuster und verankere sie im Alltag, indem du entsprechende Situationen im Alltag erkennst und dich mit Bewusstsein selber durchführst.

Das nennt sich Self-Leadership.

Das war Beziehungsmagie für heute und denk dran, jede Beziehung ist eine magische Reise durch Liebe und Herausforderungen.

Schön, dass du dabei warst. Falls dir diese Podcastfolge gefallen hat, freue ich mich über ein Like von dir. Lass mir gerne auch einen Kommentar da, ob das für dich hilfreich war oder welche Erfahrungen du mit Beziehungstrigger gemacht hast und auch machst.

Du findest mich auf Facebook, auf LinkedIn oder über meine Webseite unter beatricewespi.ch. Ich freue mich, von dir zu lesen.

 

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