Im Artikel „Corporate Design – ein Muss?“ habe ich dir empfohlen, dich im Alltag nach Firmenauftritten umzusehen. Es ist nie zu spät, sich für diesen Bereich zu sensibilisieren und ich bin sicher, dir sind dabei auch Dinge aufgefallen. Gerade auch hinsichtlich Farben, die von Unternehmen für ihre Kommunikationsmittel gewählt werden, gibt es immer wieder Gemeinsamkeiten.

Ist dir z. B. aufgefallen, dass …

  • Banken, Versicherungen oder Treuhandfirmen fürs Logo oft die Farbe Blau wählen?
  • Unternehmen, die aus der Gesundheitsbranche kommen, sich oft in türkis oder eher in gedämpften Farben präsentieren?
  • Mc Donald’s im 2009 sein Logo von rot/gelb auf grün/gelb gewechselt hat?
    In den Medien wurde das als Bekenntnis zu mehr Ökologie angesehen, Mc Donald’s selber dementierte. Sie wollen lediglich in der Öffentlichkeit weniger aggressiv wahrgenommen werden, da „Rot-Gelb auf die Konsumenten eher schrill und billig wirkt“, so der Marketing-Chef von Mc Donald’s.

Das alles ist kein Zufall. Farben sprechen unbestritten unsere Sinne an und das Erstaunliche ist, dass viele von uns, mit der jeweils gleichen Farbe dieselben Empfindungen verbinden.

Farben und Emotionen?  Das passt…

In einem Grafikkurs durften wir genau dieses Experiment machen. Wir mussten, für vorgegebene Wörter, Farben mischen. Es war erstaunlich zu sehen, wie wir, zehn völlig unterschiedliche Personen, dieselben Farben für das jeweils gleiche Wort gewählt haben, z.B. Rot für Liebe, Blau für Treue, schwarz für Trauer oder auch schwarz für Eleganz.

Genau das kannst du dir zum Nutzen machen, wenn du für deinen Firmenauftritt deine Farben wählst. Es geht darum zu definieren, welche Emotionen du bei deinen Zielkunden auslösen möchtest. Ist der Begriff Zielkunde für dich neu? Dann findest du in meinem Artikel „Dein Angebot und dein Kundenavatar“ mehr Informationen dazu.

Welche Emotionen möchtest du mit deinem Angebot, deinem Business bei deinen Idealkunden wecken. Bietest du zum Beispiel Wohnungsberatungen an? So wählst du am besten „gemütliche Wohlfühlfarben“, sogenannte warme Farben. Möchtest du deinen Kunden vermitteln, dass dein Angebot sehr naturverbunden ist? Dann bieten sich Naturtöne wie grün, braun etc. an.

Grundsätzlich empfehle ich dir Farben zu wählen, die dir gefallen und mit denen auch du dich wohlfühlst. Möchtest du mehr über die Bedeutung von Farben erfahren? Hier findest du mehr Informationen dazu (pdf.).

Was heißt das für deinen Firmenauftritt?

Halte dir dein Zielpublikum und dein Angebot vor Augen. Wähle eine bis allerhöchstens drei Farben aus. Mit diesen Farben arbeitest du für deinen Firmenauftritt und für alle deine Kommunikationsmittel (Briefpapier, Flyer, Webseite, Logo usw.).

Um Farbzusammenstellungen zu wählen hilft dir zum Beispiel die Seite von Paletton. Oben links direkt unter dem Logo kannst du anwählen, wie viele Farben du haben möchtest und unten im Kreis kannst du mit Farben spielen, indem du die Punkte verschiebst.

Definiere die Farben ganz genau

Wichtig ist, dass du die Farben ganz genau definierst. Ein Grafiker, Drucker, Webdesigner etc. kann mit der Farbe Blau nicht viel anfangen, auch Royalblau hilft ihm nicht weiter. Du musst also genau angeben, welche Farbe gemeint ist. Im Paletton findest du unten Links unter „Base RG“ den Hexadezimalcode. So hat jede Farbe ihren Code. Es gibt für Farben, je nachdem ob man sie für Print oder Bildschirm braucht, verschiedene Codes. Das alles zu erklären, sprengt den Rahmen dieses Beitrages. Aber für Webseiten arbeiten wir in der Regel mit dem RGB-Code, ich meistens mit dem Hexadezimalcode z. B. ff0000 für ein starkes Rot. Der Drucker hingegen braucht je nachdem Pantone-Farben, den CMYK-Farbcode oder den HKS-Code (kommt auch auf den Druck darauf an). Der Maler wiederum braucht den Ralwert oder die Pantone-Farbe. Im Internet findest du auch Vergleichstabellen der verschiedenen Farbcodes, wobei ein direkter Vergleich nicht möglich ist. Je nachdem weichen die Farben etwas voneinander ab, weil dahinter ein anderes Druckverfahren steht.

Ganz wichtig zu wissen ist auch, dass verschiedene Bildschirme die Farben etwas anders darstellen. Ist dein Bildschirm nicht kalibriert, kann es auf Printmedien zu Farbveränderungen kommen.

Am besten notierst du dir im Paletto den entsprechenden Farbcode und speicherst dein Farbkonzept mit den Codes in einer Datei ab. So hast du sie immer verfügbar, falls du mit ihnen weiterarbeiten möchtest oder falls der Grafiker, der Drucker oder wer auch immer danach fragt.

Komplementärfarben

Es kann manchmal auch ganz spannend sein für einen Hingucker eine etwas extravagante Farbkombination zu wählen. Oft sind sogenannte Komplementärfarben ganz interessant. Möchtest du mehr über Komplementärfarben lesen, dann findest du bei Wikipedia gute Informationen dazu.

Schlicht und einfach

Für einen professionellen Auftritt empfehle ich dir ganz klar eine Grafikerin oder einen Grafiker beizuziehen. Aber gerade für all jene, die oft ihr Business mit nur ein paar Stunden die Woche beginnen, sprengen die Kosten für einen professionellen Auftritt den Rahmen. Um trotzdem mit einem sauberen, einheitlichen Auftritt starten zu können, findest du unter „Corporate Design – ein Muss“ sowie in diesem Artikel ein paar Tipps, worauf du dabei achten solltest. Auch im Internet findest du viele Informationen dazu. Ich bin ganz klar eine Anhängerin von schlichten und einfachen Firmenauftritten. Gerade wenn du selber etwas kreierst und keine grafische Ausbildung hast, empfehle ich dir dich daran zu halten.

Buchempfehlung

Ein Buch zum Thema das ich dir sehr empfehlen kann und das auch in meiner Bibliothek steht ist:

Grundkurs Grafik und Gestaltung. Mit konkreten Praxislösungen von Claudia Runk
Dieses Buch ist einfach zu lesen und es hat sehr viele farbige, praktische Beispiele anhand deren grafische Sachen erklärt werden. Das Buch macht aus dir keinen Profidesigner, aber es enthält wertvolle Grundlagen zum Thema Grafik.

Bildquelle: @ M.studio / Fotolia.com

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